Klientenzentrierte Psychologie nach Rogers

Carl R. Rogers (Quelle: www.person-centered.org/)
Carl R. Rogers (Quelle: www.person-centered.org/)

Die Entwicklung der Gesprächspsychotherapie (auch GT oder klientenzentrierte Therapie, personenzentrierte Psychotherapie bzw. nicht-direktive Beratung) und der klientenzentrierten Gesprächsführung ist eng mit der Person ihres Begründers Carl R. Rogers (*1902, 1987) verbunden. Rogers gilt als einer der Hauptvertreter der Humanistischen Psychologie. In Deutschland wurde diese hauptsächlich durch Reinhard und Anne-Marie Tausch in den 1960-er Jahren bekannt. 

Carl R. Rogers war 12 Jahre lang als klinischer Psychologe psychotherapeutisch und beratend tätig, bevor er von 1940 bis 1963 an drei amerikanischen Universitäten als Professor für Psychologie und (teilweise) für Psychiatrie lehrte. Dadurch erhielten er und seine Mitarbeiter die Möglichkeit zu intensiver wissenschaftlicher Forschungsarbeit. Dabei beschäftigte ihn die Frage: "Welche Bedingungen sind es, die dazu führen, dass eine Person von sich aus über ihr Erleben spricht, sich dabei besser verstehen lernt und schließlich zu Einstellungs- und Verhaltensänderungen gelangt?" Seine Beobachtungen über den Zusammenhang zwischen personenzentrierter Haltung und konstruktiven Persönlichkeitsveränderungen konnten auf diese Weise mit einer Fülle von empirischen Untersuchungen überprüft und in einem wesentlichen Punkt bestätigt werden. In den sechziger Jahren wurde Rogers Mitbegründer des "Center for Studies of the Person" in La Jolla/Kalifornien (USA), an dem er bis zu seinem Lebensende tätig war. 

Rogers fühlte sich dem Denken John Deweys verpflichtet und wurde u.a. durch die Theorien von Otto Rank beeinflusst. Später wies er auch auf die geistige Nähe seiner Arbeit zur fernöstlichen Philosophie und zu bestimmten Aspekten des Zen-Denkens hin.

 

Zwischen 1938 und 1950 ging Rogers in der Therapie von einem non-direktiven zu einem klientenzentrierten Ansatz über und entwickelte in vier Veröffentlichungen* dessen theoretischen Hintergrund.

Die GT bzw. die personenzentrierte Psychotherapie (...) wird als Personenzentrierter Ansatz auch in der Beratung und Supervision, als schülerzentriertes Lehren im Bildungsbereich und als gruppenzentrierte Führung im Bereich Management angewandt.

 

* Carl R. Rogers: Counseling and psychoterapie (1942), Client-centered therapy (1951), A theory of therapy, personality and interpersonal relationships as developed an the client-centered framework (1959).

Carl R. Rogers et al.: The therapeutic relationship and its impact: A study of psychotherapy with schizophrenics (1967).

 

Quelle: Wikipedia